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Geschichte Rumänien

Ab 2000 v. Chr..Der nördliche Zweig indoeuropäischer Thraker, die Daker und die Geten, siedeln auf dem Gebiet der heutigen souveränen Staaten Rumänien und Moldawien. Ab 7. Jahrhundert v. Chr.. Die auf dem Gebiet der heutigen souveränen Staaten Rumänien und Moldawien lebenden Geten und Daker betreiben Eisenverhüttung und -verarbeitung zu Waffen, Arbeitsgeräten und Schmuck.Etwa ab dieser Zeit gründen Griechen entlang der nordwestlichen Schwarzmeerküste die Stadtstaaten Istros (heute Histria im Donaudelta; 657), Tomis (heute Constanta; 550) und Kallatis (heute Mangalia nahe der Grenze zu Bulgarien) und beginnen, mit den geto-dakischen Stämmen Handel zu treiben. Die Griechen bringen Wein, Öl und andere Luxusartikel ins Land, während diese dafür Getreide, Honig, Wachs und Sklaven erhalten.106 n. Chr.. Nach jahrelanger heftigster Gegenwehr des Dakerkönigs Decebal nehmen die Truppe des römischen Kaisers Trajan seine Hauptstadt Sarmizegtusa Regia (Rumänien) ein und das Gebiet der heutigen souveränen Staaten Rumänien und Moldawien wird zur römischen Provinz "Dacia" (Dakien). In den Städten wird Latein zur Umgangssprache und die Bevölkerung wird romanisiert (deshalb der heutige Landesnahme Rumänien und die Ähnlichkeit der rumänischen Sprache mit dem Italienischen, dem "modernen" Latein). Aufgrund der ständigen Einfälle der Westgoten ziehen sich die Römer auf die Donaugrenze zurück, d.h. die Römerzeit im Gebiet der heutigen "Republika Moldova" (Republik Moldau bzw. Moldawien) ist beendet. Ab 4. Jahrhundert. Das Gebiet der der heutigen souveränen Staaten Rumänien und Moldawien wird in stetem Wechsel von Hunnen, Awaren, Slawen und Magyaren (Ungarn) heimgesucht, wobei die Aufnahme slawischer Sprach- und Kulturelemente in die dakisch-römische Kultur zur Herausbildung des rumänischen Volkes führt, das erstmals im 13. Jahrhundert im Zusammenhang mit dem Gebiet der heutigen "Republica Moldova" erwähnt wird. Anfang 10. Jahrhundert. Das Gebiet der heutigen "Republica Moldova" wird Teil des Großfürstentums Kiew (heute Hauptstadt der Ukraine), dessen Kaufleute per Schiff über den Dnjestr und weiter über das Schwarze Meer bis nach Konstantinopel segeln und mit den byzantinischen Kaisern regen Handel betreiben. Gleichzeitig gelangt das kyrillische Alphabet und die christlich-orthodoxe Religion in das Gebiet des heutigen Moldawien.Nach einem verheerenden Mongoleneinfall steht das Gebiet der heutigen Republik Moldau etwa ein Jahrhundert lang unter der Oberhoheit der turksprachigen Mongolen-Khane. Anfang 14. Jahrhundert. Nach der Teileroberung durch das walachisch-ungarische Fürstengeschlecht Basarab wird das Gebiet der heutigen "Republica Moldova" "Bessarabien" genannt. Bogdan I. gründet östlich der Karpaten das von Ungarn unabhängige Fürstentum Moldau, das bald auch einen Großteil der heutigen "Republica Moldova", einige heutige ukrainische Gebiete im Norden (u.a. die sogenannte "Bukowina") und im Süden das heute ebenfalls zur Ukraine gehörende Gebiet zwischen Dnjestr und Donau umfasst. Das Fürstentum Moldau unterwirft sich den von Süden vordringenden Osmanen (Türken), die bereits seit Mitte des 14. Jahrhunderts Herren über die kleinasiatische Halbinsel und weite Teile des Balkans sind und 1453 Konstantinopel, die Hauptstadt des Byzantinischen Reiches eingenommen und als "Istanbul" zur Hauptstadt ihres rasch wachsenden Osmanischen Reiches gemacht haben, und leistet Tribut. Ab 1470 Stefan cel Mare (Stephan der Große) kann das Fürstentum Moldau von der Oberhoheit der Osmanen befreien.1511 das Fürstentum Moldau gerät erneut unter die Oberhoheit des Osmanischen Reiches. 1593 Walachenfürst Mihai Viteazul (Michael der Tapfere) siegt mit Unterstützung der österreichischen Habsburger über ein Türkenheer, besetzt die Fürstentümer Transsilvanien und Moldau und gründet ein Einheitsreich, das jedoch bereits nach seiner Ermordung im Jahre 1601 wieder zerbricht und erneut unter osmanische Herrschaft gerät. 1711 Nach einem gescheiterten Aufstand des Moldaufürsten Dimitrie Cantemir gegen die Vorherrschaft der Osmanen verpachtet Sultan Ahmed III. das Fürstentum Moldau an griechische Kaufleute in Istanbul, die nach dem Stadtteil Phanar, wo der griechisch-orthodoxe Patriarch residierte, Phanarioten genannt werden. 1775 Das Fürstentum Moldau verliert die südliche Bukowina (heute Nordost-Rumänien) an die österreichischen Habsburger. 1792 Russland bemächtigt sich in einem Krieg gegen die Osmanen des südlichen Küstenstreifens Bessarabiens. 1812 in einem weiteren russisch-türkischen Krieg erobern die Truppen des russischen Zaren ganz Bessarabien. Ab 1820 der russische Dichter Alexander Puschkin (1799-1837) lebt bis 1823 im erstmals 1466 urkundlich erwähnten Chisinau, der heutigen Hauptstadt der "Republica Moldova". 1829 Nach mehreren Volksaufständen gewährt Rußland Bessarabien innere Autonomie. 1856 Aufgrund des Eingreifens Englands und Frankreichs zugunsten der Türken verliert Rußland den sogenannten "Krimkrieg" und damit u.a. den größten Teil Bessarabiens, das nun wieder dem Fürstentum Moldau angegliedert wird. Der Vertrag von Paris stellt die Fürstentümer Walachei und Moldau unter osmanische Oberhoheit und den Schutz der Westmächte. Januar 1859 die Fürstentümer Moldau (einschließlich Bessarabiens) und Walachei einigen sich auf Betreiben Napoleons III. auf einen gemeinsamen Herrscher, den moldauischen Adligen Alexandru Ioan Cuza. 24. Dezember 1861 Alexandru Ioan Cuza proklamiert unter der Oberhoheit des Osmanischen Reiches die Vereinigung der Moldau und der Walachei zum neuen Einheitsstaat "România" (Rumänien) mit der Hauptstadt Bukarest. Mit einer Reformpolitik nach französischem Vorbild beginnen Cuza und sein Ministerpräsident Mihai Kogalniceanu, Wirtschaft und Gesellschaft zu modernisieren. U.a. durch die Verteilung von Herrenland an die Bauern gerät Cuza jedoch bei der Oberschicht (Adel und Klerus) schnell in Mißkredit und wird bereits im Februar 1866 zum Rücktritt gezwungen. Als internationalen Prestigeträger holt man (auf Empfehlung Napoleons III.) nun Karl von Hohenzollern-Sigmaringen ins Land, der 1877 für Rumänien die Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich erreicht und 1881 als Carol I. die Königswürde erhält (und bis zu seinem Tod im Jahre 1914 regiert). 1878 der im Jahr zuvor begonnene achte russisch-türkische Krieg endet für die Truppen des russischen Zars Alexander II. mit einem Sieg über das Osmanische Reich. Durch den "Berliner Vertrag" zwischen den europäischen Großmächten und dem Osmanischen Reich, der die Gebietsverteilung auf dem Balkan neu ordnet, wird u.a. Bessarabien, d.h. das Gebiet des heutigen Staates Moldawien, wieder russisch. Ende 1917 in Anlehnung an die nach der russischen "Oktoberrevolution" verfasste "Deklaration über die Rechte der Völker Russlands" (beinhaltet die Selbstbestimmung und das Recht auf selbständige Staatenbildung) erklärt sich Bessarabien zur unabhängigen "Moldauischen Republik". 1918 Nach dem Ersten Weltkrieg proklamiert die "Moldauische Republik" die Vereinigung mit Rumänien. 1920 mit der Unterzeichnung der Pariser Friedensverträge wird die "Moldauische Republik" offiziell Teil Groß-Rumäniens, was jedoch von Sowjetrussland nicht anerkannt wird. 1924 Innerhalb der "Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik" (SSR) wird an der Grenze zu Rumänien die "Autonome Sozialistische Sowjetrepublik Moldau" (ASSR) mit der Hauptstadt Tiraspol gegründet.1933die UdSSR und Rumänien unterzeichnen einen Nichtangriffspakt, und die Sowjetunion verzichtet nun auf Bessarabien. Juni 1940 Aufgrund des Hitler-Stalin-Pakts - der sowjetische Diktator Josef Stalin und sein deutscher "Kollege" Adolf Hitler hatten sich in einem Geheimabkommen am 23. August 1939 auf die Aufteilung Polens und Ostmitteleuropas zwischen der UdSSR und Deutschland geeinigt - besetzt die sowjetische "Rote Armee" u.a. Bessarabien. Ab 1941 nach dem Angriff des Deutschen Reiches auf die UdSSR wechseln in Bessarabien mehrmals die Fronten, bis es 1944 endgültig von der sowjetischen "Roten Armee" besetzt wird. Der Nordzipfel und der Süden wird der "Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik" angegliedert, Mittel-Bessarabien wird mit der "Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik Moldau" zur "eigenständigen""Moldauischen Sozialistischen Sowjetrepublik" vereinigt. Aus dem früheren Namen Moldau wird nun das russifizierte Moldawien, die Moldau-Rumänen werden zu einem besonderen "Moldawiervolk" erklärt und die rumänische Sprache wird verboten und durch Russisch als Amtssprache ersetzt bzw. muß mit kyrillischen Buchstaben geschrieben werden. Im Zuge weiterer "Sowjetisierungsmaßnahmen" von Diktator Josef Stalin werden mehrere Hunderttausend Moldawier in Straf- und Arbeitslager nach Sibirien deportiert, wo die meisten innerhalb weniger Jahre sterben. Ab 1945 die "Moldawische SSR" entwickelt sich, obwohl eine der kleinsten Sowjetrepubliken, dank der nährstoffreichen Schwarzerdeböden, die knapp 90% der landwirtschaftlichen Nutzfläche umfassen, zu einem wichtigen Nahrungsmittellieferanten innerhalb der UdSSR. Hauptanbauprodukte und -exportgüter sind Getreide, Obst, Gemüse, Sonnenblumen, Tabak bzw. damit erzeugte Fertigprodukte, vor allem Wein (jährlich etwa 320 Millionen Flaschen). Im Gegenzug wird das bodenschatzarme Moldawien von anderen Sowjetrepubliken mit Energierohstoffen (Erdöl, Kohle) und Strom beliefert. Ab 1988 im Gefolge der vom sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow eingeleiteten Politik der Perestroika (Umgestaltung) und Glasnost (Offenheit) bildet sich auch in der Moldawischen SSR eine Nationalbewegung. 27. August 1991 dem Beispiel anderer Sowjetrepubliken folgend erklärt die "Republik Moldova" fast unmittelbar nach dem fehlgeschlagenen Putsch gegen den Präsidenten der UdSSR, Michail Gorbatschow, endgültig ihre Unabhängigkeit. Hauptstadt des jungen Staates, der mit 4,4 Millionen Einwohnern die höchste Bevölkerungsdichte aller ehemaligen Sowjetrepubliken aufweist, ist das etwa 750.000 Einwohner zählende Chisinau. Die rumänische Sprache wird unter der offiziellen Bezeichnung "Moldawisch" Amtssprache und soll nun wieder in lateinischen Buchstaben geschrieben werden. Staatspräsident wird der 51jährige Moldau-Rumäne Mircea Ion Snegur, der bereits 1990 vom "Obersten Sowjet" zum Staatschef gewählt wurde und im Dezember 1991 in freien Wahlen im Amt bestätigt wird. Da er eine Wiederangliederung an Rumänien anstrebt, steigen die nationalen Minderheiten der Gagausen, ein christliches Turkvolk im Süden des Landes (etwa 160.000), sowie die Ukrainer und Russen in Transnistrien (östlich des Djnestr, rumänisch "Nistru"), die zusammen rund ein Drittel der Gesamtbevölkerung ausmachen, auf die Barrikaden und rufen die unabhängigen Republiken Gagausien und Djenstr aus, was von der Regierung in Chisinau jedoch nicht anerkannt wird. Es kommt zum Bürgerkrieg, in den auf Seiten der Djnestr-Republik auch russische Streitkräfte unter Befehl des Generals Alexander Lebed eingreifen.(Mit 33.700 Quadratkilometern ist das einst als Bessarabien bekannte Binnenland Moldawien bzw. Moldau zwischen den Flüssen Pruth und Dnjestr (moldawischer Anteil rund 600 Kilometer; durchgehend schiffbar) unweit der Nordwestküste des Schwarzen Meeres nur etwa so groß wie das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen. Die frühere Sowjetrepublik grenzt im Westen an Rumänien und im Norden, Süden und Osten an die Ukraine.) 21. Dezember 1991 In Almaty schließen sich unter dem Vorsitz von Boris Jelzin elf der ehemaligen Sowjetrepubliken (Rußland [Russische Föderation], Armenien, Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgistan, Moldawien, Tadschikistan, Turkmenistan, Ukraine, Usbekistan und Weißrußland) zur "Gemeinschaft Unabhängiger Staaten" (GUS) zusammen. Litauen, Estland und Lettland schließen sich dem Bündnis nicht an, und Georgien will sich zunächst nur an Gipfeltreffen beteiligen. Die GUS-Mitglieder erklären die UdSSR endgültig für aufgelöst und den sowjetischen Staatspräsidenten Michail Gorbatschow für abgesetzt. Mit dessen formellem Rücktritt am 25. Dezember endet endgültig die Existenz der Sowjetunion. Juni 1992 Die moldawische Regierung tritt zurück, nachdem ihr weder eine Stabilisierung der Wirtschaft noch die Lösung der Konflikte mit der Dnjestr-Region bzw. Gagausiens gelungen ist. Neuer Regierungschef wird der Agrarexperte Andrei Sangheli. Juli 1992 Der Bürgerkrieg zwischen Regierungstruppen und Separatisten wird offiziell durch einen Waffenstillstandsvertrag und der Stationierung einer GUS-Friedenstruppe (überwiegend Russen) beendet. 16. Juli 1992 die Außen- und Verteidigungsminister der GUS, die inzwischen international anerkannt wird, vereinbaren die Aufstellung einer gemeinsamen ständigen Friedenstruppe. 1992 auf Initiative der Türkei wird zur Förderung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den Schwarzmeerstaaten (Türkei, Ukraine, Bulgarien, Georgien, Griechenland, Moldawien, Rumänien, Rußland) die "Schwarzmeerkonferenz" ins Leben gerufen. Künftig sollen jährliche Gipfeltreffen der jeweiligen Staats- und Regierungschefs stattfinden. Dezember 1992 Moldawien und die Ukraine unterzeichnen einen Freundschaftsvertrag. Igor Smirnow wird in der von Moldawien nicht anerkannten Dnjestr-Republik zum Präsidenten gewählt. Januar 1993 Auf dem jährlichen Gipfeltreffen der GUS weigern sich die Ukraine, Turkmenistan und Moldawien, einen Grundlagenvertrag zu unterschreiben, der eine engere Zusammenarbeit der einzelnen Länder in außenpolitischen und wirtschaftlichen Fragen vorsieht. Die ehemaligen Sowjetrepubliken befürchten eine erneute Vormachtstellung Rußlands. Februar 1993 Die Vollmachten des Staatsoberhauptes werden im Sinne einer Beschleunigung der Wirtschaftsreformen ausgebaut. Ende 1993 die Wirtschaftsreformen im Zusammenhang mit dem Übergang von der Plan- zur Marktwirtschaft belasten in Moldawien vor allem Bauern und Rentner. Insgesamt lebt etwa die Hälfte der Bevölkerung unterhalb der Armutsgrenze. März 1993 per Referendum sprechen sich über 90% der Bevölkerung gegen den Zusammenschluß mit Rumänien und für die Souveränität Moldawiens innerhalb der 1991 von der UNO anerkannten Grenzen aus. Die abrünnige Dnjestr-Region boykottiert die Volksabstimmung. November 1993 in Moldawien wird der russische Rubel durch den Moldau-Leu (MDL) abgelöst. Februar 1994 Aus den ersten Parlamentswahlen seit der Unabhängigkeit Moldawiens geht die regierende pro-russische "Demokratische Agrarpartei" (PDAM/Ex-Kommunisten) mit rund 45% der Stimmen als stärkste politische Kraft hervor und erzielt 56 Sitze. Juli 1994 Die Europäische Union schließt mit Moldawien ein Partnerschafts- und Kooperationsabkommen. August 1994 Moldawien und Rußland einigen sich über einen Abzug von rund 5.000 der insgesamt 7.000 in der Dnjestr-Region stationierten russischen Soldaten innerhalb von drei Jahren. Dabei sollen auch die noch aus UdSSR-Zeiten in dem Gebiet deponierten Waffen - laut russischen Angaben handelt es sich dabei um das größte Munitionslager Europas mit rund 400.000 Tonnen Artilleriegeschosse, Minen und Raketen - nach Rußland überführt werden. 27. August 1994 gemäß der neuen Verfassung ist die "Republica Moldova" ein unabhängiger, unteilbarer und neutraler Staat mit einem alle fünf Jahre direkt gewählten Staatspräsidenten mit weitreichenden exekutiven Kompetenzen. Die Regierungsgeschäfte führt der Ministerpräsident, der das Ministerkabinett leitet. Die legislative Gewalt liegt beim Parlament mit 104 für vier Jahre direkt gewählten Abgeordneten. Ende 1994 die Regierung in Chisinau gewährt der 1.800 Quadratkilometer großen Gagausen-Region im Süden des Landes innere Autonomie (selbständige Verwaltung, zweisprachige Beschilderung, Gagausisch als Amtssprache, eigenständiges Bildungswesen). Sitz der 1995 gewählten gagausischen Volksversammlung und des Gouverneurs Georgi Tabunschik ist das etwa 30.000 Einwohner zählende Comrat. Der "Präsident" der Dnjestr-Region, Igor Smirnow, hingegen lehnt das Autonomieangebot ab und fordert weiterhin einen souveränen Staat. 1995 der IWF (Internationaler Währungsfonds) gewährt Moldawien einen Wirtschaftshilfekredit von fast 300 Millionen US-Dollar. Moldawien wird als 35. Mitglied in den Europarat aufgenommen. 1. Dezember 1996 Bei der Präsidentenwahl (Stichwahl) in Moldawien setzt sich der für eine stärkere Bindung an Rußland und die Ukraine eintretende parteilose Petru Lucinschi, ein ehemaliger hoher Funktionär der moldawischen KP, mit 54,3 der Stimmen gegen den pro-rumänischen Amtsinhaber Mircea Ion Snegur durch. Nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses tritt die Regierung von Andrej Sangheli - auch er hatte für das Präsidentenamt kandidiert - zurück. 15. Januar 1997 Petru Lucinschi tritt sein Amt als Staatspräsident Moldawiens an. Er will u.a. mit "harten Bandagen" gegen Korruption und Kriminalität vorgehen sowie die Privatisierung von Grund und Boden vorantreiben - derzeit sind etwa 50% der Staatsbetriebe privatisiert - und ernennt den bisherigen Vize-Ministerpräsidenten Ion Ciubuk (PDAM) zum neuen Regierungschef, der kurz darauf vom Parlament mit 74 gegen 15 Stimmen bestätigt wird. 23. Oktober 1997 auf dem eintägigen Gipfel der GUS-Staaten (Gemeinschaft Unabhängiger Staaten; ihr gehören alle einstigen Sowjetrepubliken außer Litauen, Lettland und Estland an) in der moldawischen Hauptstadt Chisinau üben die Staats- und Regierungschefs heftige Kritik an Rußland wegen "mangelnder Umsetzung" längst unterzeichneter Verträge. Darüber hinaus werfen die Staatsoberhäupter Georgiens, Moldawiens und Aserbaidschans Moskau zu geringen Einsatz an der Beilegung der Regionalkonflikte in ihren Staaten vor. Rußlands Präsident Boris Jelzin - er ist der Vorsitzende der GUS - verspricht "umgehende Besserung". 20. März 1998 Staatspräsident Petru Lucinschi, der Führer der nach Unabhängigkeit strebenden, von etwa 700.000 Russen und Ukrainern bewohnten Djnestr-Republik, Igor Smirnow, der russische Regierungschef Viktor Tschernomyrdin und der ukrainische Staatschef Leonid Kutschma unterzeichnen in Odessa (Ukraine) einen Vertrag über "vertrauensbildende Maßnahmen". Vorgesehen ist die Verkleinerung der Friedenstruppen in der Sicherheitszone zwischen der Republik Moldau und dem Dnjestr-Gebiet von insgesamt 2.000 um jeweils 500 Mann auf beiden Seiten sowie die Stationierung ukrainischer Militärbeobachter. Der künftige Status des Dnjetr-Gebiets bleibt allerdings weiterhin ungelöst. 22. März 1998 bei den Parlamentswahlen erringt die 1991 verbotene und 1994 wieder zugelassene "Kommunistische Partei" von Wladimir Woronin 30% der Stimmen und damit 40 von insgesamt 101 Sitzen. Zweitstärkste Partei wird die "Demokratische Konvention" (CDM) des ehemaligen Staatspräsidenten Mircea Snegur mit 26 Mandaten, gefolgt von der den Präsidenten unterstützenden Bewegung "Demokratische und Wohlhabende Moldau" (PMDP) unter der Führung von Dumitria Diakov mit 24 Sitzen. Die restlichen elf Mandate gehen an die rechtsgerichtete "Partei Demokratischer Kräfte" (PFI) von Valeriu Matei. Die übrigen Parteien sowie alle unabhängigen Kandidaten scheitern an der 4%-Klausel, darunter auch die "Demokratische Arbeiterpartei", die 1994 noch 56 Parlamentssitze errungen hatte. Ministerpräsident der wenig später von CDM, PMDP und PFD gebildeten Koalitionsregierung bleibt der bisherige Regierungschef Ion Ciubuc. Ende 1998 aufgrund der katastrophalen Wirtschaftslage der Haupthandelspartner Moldawiens (Rußland, Ukraine, Weißrußland) - die Bemühungen Moldawiens, auf dem westeuropäischen Markt Fuß zu fassen, hatten bisher nur geringen Erfolg (nur etwa 10% des Gesamtexports gehen in EU-Länder), u.a. weil viele moldauische Produkte nicht dem westlichen Standard entsprechen - geht auch in Moldawien das reale BIP weiterhin zurück und liegt derzeit bei nur etwa 48% des Niveaus von 1991. Die Auslandsverschuldung Moldawiens ist mittlerweile auf rund 955 Millionen US-Dollar angewachsen. Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen beträgt nur noch knapp 600 US-Dollar. Große Teile der Bevölkerung leben in bitterster Armut, vor allem Rentner und Angestellte des öffentlichen Dienstes, da der Staat Löhne und Altersbezüge nur noch sehr sporadisch bezahlt (Zahlungsrückstand derzeit etwa 200 Millionen US-Dollar). Zudem hat Moldawien wie die meisten der ehemaligen Unionsstaaten der UdSSR mit großen Umweltschäden zu kämpfen: Häufige und starke Regenfälle im Sommer sind für die Bodenerosion verantwortlich, von der das gesamte Staatsterritorium betroffen ist. Große Umweltbelastungen entstanden durch die großzügige Verwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft, die zu einer Vergiftung der Böden führte. Und die Einleitung ungereinigter Abwässer aus den Kolchosen hatte die starke Verschmutzung der Gewässer zur Folge.

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