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Ab 2000 v. Chr..Der
nördliche Zweig indoeuropäischer Thraker, die Daker und die Geten,
siedeln auf dem Gebiet der heutigen souveränen Staaten Rumänien und
Moldawien. Ab 7. Jahrhundert v. Chr.. Die auf dem Gebiet der heutigen souveränen
Staaten Rumänien und Moldawien lebenden Geten und Daker betreiben Eisenverhüttung
und -verarbeitung zu Waffen, Arbeitsgeräten und Schmuck.Etwa ab dieser
Zeit gründen Griechen entlang der nordwestlichen Schwarzmeerküste
die Stadtstaaten Istros (heute Histria im Donaudelta; 657), Tomis (heute Constanta;
550) und Kallatis (heute Mangalia nahe der Grenze zu Bulgarien) und beginnen,
mit den geto-dakischen Stämmen Handel zu treiben. Die Griechen bringen
Wein, Öl und andere Luxusartikel ins Land, während diese dafür
Getreide, Honig, Wachs und Sklaven erhalten.106 n. Chr.. Nach jahrelanger heftigster
Gegenwehr des Dakerkönigs Decebal nehmen die Truppe des römischen
Kaisers Trajan seine Hauptstadt Sarmizegtusa Regia (Rumänien) ein und
das Gebiet der heutigen souveränen Staaten Rumänien und Moldawien
wird zur römischen Provinz "Dacia" (Dakien). In den Städten
wird Latein zur Umgangssprache und die Bevölkerung wird romanisiert (deshalb
der heutige Landesnahme Rumänien und die Ähnlichkeit der rumänischen
Sprache mit dem Italienischen, dem "modernen" Latein). Aufgrund der
ständigen Einfälle der Westgoten ziehen sich die Römer auf die
Donaugrenze zurück, d.h. die Römerzeit im Gebiet der heutigen "Republika
Moldova" (Republik Moldau bzw. Moldawien) ist beendet. Ab 4. Jahrhundert.
Das Gebiet der der heutigen souveränen Staaten Rumänien und Moldawien
wird in stetem Wechsel von Hunnen, Awaren, Slawen und Magyaren (Ungarn) heimgesucht,
wobei die Aufnahme slawischer Sprach- und Kulturelemente in die dakisch-römische
Kultur zur Herausbildung des rumänischen Volkes führt, das erstmals
im 13. Jahrhundert im Zusammenhang mit dem Gebiet der heutigen "Republica
Moldova" erwähnt wird. Anfang 10. Jahrhundert. Das Gebiet der heutigen
"Republica Moldova" wird Teil des Großfürstentums Kiew
(heute Hauptstadt der Ukraine), dessen Kaufleute per Schiff über den Dnjestr
und weiter über das Schwarze Meer bis nach Konstantinopel segeln und mit
den byzantinischen Kaisern regen Handel betreiben. Gleichzeitig gelangt das
kyrillische Alphabet und die christlich-orthodoxe Religion in das Gebiet des
heutigen Moldawien.Nach einem verheerenden Mongoleneinfall steht das Gebiet
der heutigen Republik Moldau etwa ein Jahrhundert lang unter der Oberhoheit
der turksprachigen Mongolen-Khane. Anfang 14. Jahrhundert. Nach der Teileroberung
durch das walachisch-ungarische Fürstengeschlecht Basarab wird das Gebiet
der heutigen "Republica Moldova" "Bessarabien" genannt.
Bogdan I. gründet östlich der Karpaten das von Ungarn unabhängige
Fürstentum Moldau, das bald auch einen Großteil der heutigen "Republica
Moldova", einige heutige ukrainische Gebiete im Norden (u.a. die sogenannte
"Bukowina") und im Süden das heute ebenfalls zur Ukraine gehörende
Gebiet zwischen Dnjestr und Donau umfasst. Das Fürstentum Moldau unterwirft
sich den von Süden vordringenden Osmanen (Türken), die bereits seit
Mitte des 14. Jahrhunderts Herren über die kleinasiatische Halbinsel und
weite Teile des Balkans sind und 1453 Konstantinopel, die Hauptstadt des Byzantinischen
Reiches eingenommen und als "Istanbul" zur Hauptstadt ihres rasch
wachsenden Osmanischen Reiches gemacht haben, und leistet Tribut. Ab 1470 Stefan
cel Mare (Stephan der Große) kann das Fürstentum Moldau von der
Oberhoheit der Osmanen befreien.1511 das Fürstentum Moldau gerät
erneut unter die Oberhoheit des Osmanischen Reiches. 1593 Walachenfürst
Mihai Viteazul (Michael der Tapfere) siegt mit Unterstützung der österreichischen
Habsburger über ein Türkenheer, besetzt die Fürstentümer
Transsilvanien und Moldau und gründet ein Einheitsreich, das jedoch bereits
nach seiner Ermordung im Jahre 1601 wieder zerbricht und erneut unter osmanische
Herrschaft gerät. 1711 Nach einem gescheiterten Aufstand des Moldaufürsten
Dimitrie Cantemir gegen die Vorherrschaft der Osmanen verpachtet Sultan Ahmed
III. das Fürstentum Moldau an griechische Kaufleute in Istanbul, die nach
dem Stadtteil Phanar, wo der griechisch-orthodoxe Patriarch residierte, Phanarioten
genannt werden. 1775 Das Fürstentum Moldau verliert die südliche
Bukowina (heute Nordost-Rumänien) an die österreichischen Habsburger.
1792 Russland bemächtigt sich in einem Krieg gegen die Osmanen des südlichen
Küstenstreifens Bessarabiens. 1812 in einem weiteren russisch-türkischen
Krieg erobern die Truppen des russischen Zaren ganz Bessarabien. Ab 1820 der
russische Dichter Alexander Puschkin (1799-1837) lebt bis 1823 im erstmals
1466 urkundlich erwähnten Chisinau, der heutigen Hauptstadt der "Republica
Moldova". 1829 Nach mehreren Volksaufständen gewährt Rußland
Bessarabien innere Autonomie. 1856 Aufgrund des Eingreifens Englands und Frankreichs
zugunsten der Türken verliert Rußland den sogenannten "Krimkrieg"
und damit u.a. den größten Teil Bessarabiens, das nun wieder dem
Fürstentum Moldau angegliedert wird. Der Vertrag von Paris stellt die
Fürstentümer Walachei und Moldau unter osmanische Oberhoheit und
den Schutz der Westmächte. Januar 1859 die Fürstentümer Moldau
(einschließlich Bessarabiens) und Walachei einigen sich auf Betreiben
Napoleons III. auf einen gemeinsamen Herrscher, den moldauischen Adligen Alexandru
Ioan Cuza. 24. Dezember 1861 Alexandru Ioan Cuza proklamiert unter der Oberhoheit
des Osmanischen Reiches die Vereinigung der Moldau und der Walachei zum neuen
Einheitsstaat "România" (Rumänien) mit der Hauptstadt
Bukarest. Mit einer Reformpolitik nach französischem Vorbild beginnen
Cuza und sein Ministerpräsident Mihai Kogalniceanu, Wirtschaft und Gesellschaft
zu modernisieren. U.a. durch die Verteilung von Herrenland an die Bauern gerät
Cuza jedoch bei der Oberschicht (Adel und Klerus) schnell in Mißkredit
und wird bereits im Februar 1866 zum Rücktritt gezwungen. Als internationalen
Prestigeträger holt man (auf Empfehlung Napoleons III.) nun Karl von Hohenzollern-Sigmaringen
ins Land, der 1877 für Rumänien die Unabhängigkeit vom Osmanischen
Reich erreicht und 1881 als Carol I. die Königswürde erhält
(und bis zu seinem Tod im Jahre 1914 regiert). 1878 der im Jahr zuvor begonnene
achte russisch-türkische Krieg endet für die Truppen des russischen
Zars Alexander II. mit einem Sieg über das Osmanische Reich. Durch den
"Berliner Vertrag" zwischen den europäischen Großmächten
und dem Osmanischen Reich, der die Gebietsverteilung auf dem Balkan neu ordnet,
wird u.a. Bessarabien, d.h. das Gebiet des heutigen Staates Moldawien, wieder
russisch. Ende 1917 in Anlehnung an die nach der russischen "Oktoberrevolution"
verfasste "Deklaration über die Rechte der Völker Russlands"
(beinhaltet die Selbstbestimmung und das Recht auf selbständige Staatenbildung)
erklärt sich Bessarabien zur unabhängigen "Moldauischen Republik".
1918 Nach dem Ersten Weltkrieg proklamiert die "Moldauische Republik"
die Vereinigung mit Rumänien. 1920 mit der Unterzeichnung der Pariser
Friedensverträge wird die "Moldauische Republik" offiziell Teil
Groß-Rumäniens, was jedoch von Sowjetrussland nicht anerkannt wird.
1924 Innerhalb der "Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik"
(SSR) wird an der Grenze zu Rumänien die "Autonome Sozialistische
Sowjetrepublik Moldau" (ASSR) mit der Hauptstadt Tiraspol gegründet.1933die
UdSSR und Rumänien unterzeichnen einen Nichtangriffspakt, und die Sowjetunion
verzichtet nun auf Bessarabien. Juni 1940 Aufgrund des Hitler-Stalin-Pakts
- der sowjetische Diktator Josef Stalin und sein deutscher "Kollege"
Adolf Hitler hatten sich in einem Geheimabkommen am 23. August 1939 auf die
Aufteilung Polens und Ostmitteleuropas zwischen der UdSSR und Deutschland geeinigt
- besetzt die sowjetische "Rote Armee" u.a. Bessarabien. Ab 1941
nach dem Angriff des Deutschen Reiches auf die UdSSR wechseln in Bessarabien
mehrmals die Fronten, bis es 1944 endgültig von der sowjetischen "Roten
Armee" besetzt wird. Der Nordzipfel und der Süden wird der "Ukrainischen
Sozialistischen Sowjetrepublik" angegliedert, Mittel-Bessarabien wird
mit der "Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik Moldau" zur "eigenständigen""Moldauischen
Sozialistischen Sowjetrepublik" vereinigt. Aus dem früheren Namen
Moldau wird nun das russifizierte Moldawien, die Moldau-Rumänen werden
zu einem besonderen "Moldawiervolk" erklärt und die rumänische
Sprache wird verboten und durch Russisch als Amtssprache ersetzt bzw. muß
mit kyrillischen Buchstaben geschrieben werden. Im Zuge weiterer "Sowjetisierungsmaßnahmen"
von Diktator Josef Stalin werden mehrere Hunderttausend Moldawier in Straf-
und Arbeitslager nach Sibirien deportiert, wo die meisten innerhalb weniger
Jahre sterben. Ab 1945 die "Moldawische SSR" entwickelt sich, obwohl
eine der kleinsten Sowjetrepubliken, dank der nährstoffreichen Schwarzerdeböden,
die knapp 90% der landwirtschaftlichen Nutzfläche umfassen, zu einem wichtigen
Nahrungsmittellieferanten innerhalb der UdSSR. Hauptanbauprodukte und -exportgüter
sind Getreide, Obst, Gemüse, Sonnenblumen, Tabak bzw. damit erzeugte Fertigprodukte,
vor allem Wein (jährlich etwa 320 Millionen Flaschen). Im Gegenzug wird
das bodenschatzarme Moldawien von anderen Sowjetrepubliken mit Energierohstoffen
(Erdöl, Kohle) und Strom beliefert. Ab 1988 im Gefolge der vom sowjetischen
Präsidenten Michail Gorbatschow eingeleiteten Politik der Perestroika
(Umgestaltung) und Glasnost (Offenheit) bildet sich auch in der Moldawischen
SSR eine Nationalbewegung. 27. August 1991 dem Beispiel anderer Sowjetrepubliken
folgend erklärt die "Republik Moldova" fast unmittelbar nach
dem fehlgeschlagenen Putsch gegen den Präsidenten der UdSSR, Michail Gorbatschow,
endgültig ihre Unabhängigkeit. Hauptstadt des jungen Staates, der
mit 4,4 Millionen Einwohnern die höchste Bevölkerungsdichte aller
ehemaligen Sowjetrepubliken aufweist, ist das etwa 750.000 Einwohner zählende
Chisinau. Die rumänische Sprache wird unter der offiziellen Bezeichnung
"Moldawisch" Amtssprache und soll nun wieder in lateinischen Buchstaben
geschrieben werden. Staatspräsident wird der 51jährige Moldau-Rumäne
Mircea Ion Snegur, der bereits 1990 vom "Obersten Sowjet" zum Staatschef
gewählt wurde und im Dezember 1991 in freien Wahlen im Amt bestätigt
wird. Da er eine Wiederangliederung an Rumänien anstrebt, steigen die
nationalen Minderheiten der Gagausen, ein christliches Turkvolk im Süden
des Landes (etwa 160.000), sowie die Ukrainer und Russen in Transnistrien (östlich
des Djnestr, rumänisch "Nistru"), die zusammen rund ein Drittel
der Gesamtbevölkerung ausmachen, auf die Barrikaden und rufen die unabhängigen
Republiken Gagausien und Djenstr aus, was von der Regierung in Chisinau jedoch
nicht anerkannt wird. Es kommt zum Bürgerkrieg, in den auf Seiten der
Djnestr-Republik auch russische Streitkräfte unter Befehl des Generals
Alexander Lebed eingreifen.(Mit 33.700 Quadratkilometern ist das einst als
Bessarabien bekannte Binnenland Moldawien bzw. Moldau zwischen den Flüssen
Pruth und Dnjestr (moldawischer Anteil rund 600 Kilometer; durchgehend schiffbar)
unweit der Nordwestküste des Schwarzen Meeres nur etwa so groß wie
das deutsche Bundesland Nordrhein-Westfalen. Die frühere Sowjetrepublik
grenzt im Westen an Rumänien und im Norden, Süden und Osten an die
Ukraine.) 21. Dezember 1991 In Almaty schließen sich unter dem Vorsitz
von Boris Jelzin elf der ehemaligen Sowjetrepubliken (Rußland [Russische
Föderation], Armenien, Aserbaidschan, Kasachstan, Kirgistan, Moldawien,
Tadschikistan, Turkmenistan, Ukraine, Usbekistan und Weißrußland)
zur "Gemeinschaft Unabhängiger Staaten" (GUS) zusammen. Litauen,
Estland und Lettland schließen sich dem Bündnis nicht an, und Georgien
will sich zunächst nur an Gipfeltreffen beteiligen. Die GUS-Mitglieder
erklären die UdSSR endgültig für aufgelöst und den sowjetischen
Staatspräsidenten Michail Gorbatschow für abgesetzt. Mit dessen formellem
Rücktritt am 25. Dezember endet endgültig die Existenz der Sowjetunion.
Juni 1992 Die moldawische Regierung tritt zurück, nachdem ihr weder eine
Stabilisierung der Wirtschaft noch die Lösung der Konflikte mit der Dnjestr-Region
bzw. Gagausiens gelungen ist. Neuer Regierungschef wird der Agrarexperte Andrei
Sangheli. Juli 1992 Der Bürgerkrieg zwischen Regierungstruppen und Separatisten
wird offiziell durch einen Waffenstillstandsvertrag und der Stationierung einer
GUS-Friedenstruppe (überwiegend Russen) beendet. 16. Juli 1992 die Außen-
und Verteidigungsminister der GUS, die inzwischen international anerkannt wird,
vereinbaren die Aufstellung einer gemeinsamen ständigen Friedenstruppe.
1992 auf Initiative der Türkei wird zur Förderung der wirtschaftlichen
Zusammenarbeit zwischen den Schwarzmeerstaaten (Türkei, Ukraine, Bulgarien,
Georgien, Griechenland, Moldawien, Rumänien, Rußland) die "Schwarzmeerkonferenz"
ins Leben gerufen. Künftig sollen jährliche Gipfeltreffen der jeweiligen
Staats- und Regierungschefs stattfinden. Dezember 1992 Moldawien und die Ukraine
unterzeichnen einen Freundschaftsvertrag. Igor Smirnow wird in der von Moldawien
nicht anerkannten Dnjestr-Republik zum Präsidenten gewählt. Januar
1993 Auf dem jährlichen Gipfeltreffen der GUS weigern sich die Ukraine,
Turkmenistan und Moldawien, einen Grundlagenvertrag zu unterschreiben, der
eine engere Zusammenarbeit der einzelnen Länder in außenpolitischen
und wirtschaftlichen Fragen vorsieht. Die ehemaligen Sowjetrepubliken befürchten
eine erneute Vormachtstellung Rußlands. Februar 1993 Die Vollmachten
des Staatsoberhauptes werden im Sinne einer Beschleunigung der Wirtschaftsreformen
ausgebaut. Ende 1993 die Wirtschaftsreformen im Zusammenhang mit dem Übergang
von der Plan- zur Marktwirtschaft belasten in Moldawien vor allem Bauern und
Rentner. Insgesamt lebt etwa die Hälfte der Bevölkerung unterhalb
der Armutsgrenze. März 1993 per Referendum sprechen sich über 90%
der Bevölkerung gegen den Zusammenschluß mit Rumänien und für
die Souveränität Moldawiens innerhalb der 1991 von der UNO anerkannten
Grenzen aus. Die abrünnige Dnjestr-Region boykottiert die Volksabstimmung.
November 1993 in Moldawien wird der russische Rubel durch den Moldau-Leu (MDL)
abgelöst. Februar 1994 Aus den ersten Parlamentswahlen seit der Unabhängigkeit
Moldawiens geht die regierende pro-russische "Demokratische Agrarpartei"
(PDAM/Ex-Kommunisten) mit rund 45% der Stimmen als stärkste politische
Kraft hervor und erzielt 56 Sitze. Juli 1994 Die Europäische Union schließt
mit Moldawien ein Partnerschafts- und Kooperationsabkommen. August 1994 Moldawien
und Rußland einigen sich über einen Abzug von rund 5.000 der insgesamt
7.000 in der Dnjestr-Region stationierten russischen Soldaten innerhalb von
drei Jahren. Dabei sollen auch die noch aus UdSSR-Zeiten in dem Gebiet deponierten
Waffen - laut russischen Angaben handelt es sich dabei um das größte
Munitionslager Europas mit rund 400.000 Tonnen Artilleriegeschosse, Minen und
Raketen - nach Rußland überführt werden. 27. August 1994 gemäß
der neuen Verfassung ist die "Republica Moldova" ein unabhängiger,
unteilbarer und neutraler Staat mit einem alle fünf Jahre direkt gewählten
Staatspräsidenten mit weitreichenden exekutiven Kompetenzen. Die Regierungsgeschäfte
führt der Ministerpräsident, der das Ministerkabinett leitet. Die
legislative Gewalt liegt beim Parlament mit 104 für vier Jahre direkt
gewählten Abgeordneten. Ende 1994 die Regierung in Chisinau gewährt
der 1.800 Quadratkilometer großen Gagausen-Region im Süden des Landes
innere Autonomie (selbständige Verwaltung, zweisprachige Beschilderung,
Gagausisch als Amtssprache, eigenständiges Bildungswesen). Sitz der 1995
gewählten gagausischen Volksversammlung und des Gouverneurs Georgi Tabunschik
ist das etwa 30.000 Einwohner zählende Comrat. Der "Präsident"
der Dnjestr-Region, Igor Smirnow, hingegen lehnt das Autonomieangebot ab und
fordert weiterhin einen souveränen Staat. 1995 der IWF (Internationaler
Währungsfonds) gewährt Moldawien einen Wirtschaftshilfekredit von
fast 300 Millionen US-Dollar. Moldawien wird als 35. Mitglied in den Europarat
aufgenommen. 1. Dezember 1996 Bei der Präsidentenwahl (Stichwahl) in Moldawien
setzt sich der für eine stärkere Bindung an Rußland und die
Ukraine eintretende parteilose Petru Lucinschi, ein ehemaliger hoher Funktionär
der moldawischen KP, mit 54,3 der Stimmen gegen den pro-rumänischen Amtsinhaber
Mircea Ion Snegur durch. Nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses tritt die Regierung
von Andrej Sangheli - auch er hatte für das Präsidentenamt kandidiert
- zurück. 15. Januar 1997 Petru Lucinschi tritt sein Amt als Staatspräsident
Moldawiens an. Er will u.a. mit "harten Bandagen" gegen Korruption
und Kriminalität vorgehen sowie die Privatisierung von Grund und Boden
vorantreiben - derzeit sind etwa 50% der Staatsbetriebe privatisiert - und
ernennt den bisherigen Vize-Ministerpräsidenten Ion Ciubuk (PDAM) zum
neuen Regierungschef, der kurz darauf vom Parlament mit 74 gegen 15 Stimmen
bestätigt wird. 23. Oktober 1997 auf dem eintägigen Gipfel der GUS-Staaten
(Gemeinschaft Unabhängiger Staaten; ihr gehören alle einstigen Sowjetrepubliken
außer Litauen, Lettland und Estland an) in der moldawischen Hauptstadt
Chisinau üben die Staats- und Regierungschefs heftige Kritik an Rußland
wegen "mangelnder Umsetzung" längst unterzeichneter Verträge.
Darüber hinaus werfen die Staatsoberhäupter Georgiens, Moldawiens
und Aserbaidschans Moskau zu geringen Einsatz an der Beilegung der Regionalkonflikte
in ihren Staaten vor. Rußlands Präsident Boris Jelzin - er ist der
Vorsitzende der GUS - verspricht "umgehende Besserung". 20. März
1998 Staatspräsident Petru Lucinschi, der Führer der nach Unabhängigkeit
strebenden, von etwa 700.000 Russen und Ukrainern bewohnten Djnestr-Republik,
Igor Smirnow, der russische Regierungschef Viktor Tschernomyrdin und der ukrainische
Staatschef Leonid Kutschma unterzeichnen in Odessa (Ukraine) einen Vertrag
über "vertrauensbildende Maßnahmen". Vorgesehen ist die
Verkleinerung der Friedenstruppen in der Sicherheitszone zwischen der Republik
Moldau und dem Dnjestr-Gebiet von insgesamt 2.000 um jeweils 500 Mann auf beiden
Seiten sowie die Stationierung ukrainischer Militärbeobachter. Der künftige
Status des Dnjetr-Gebiets bleibt allerdings weiterhin ungelöst. 22. März
1998 bei den Parlamentswahlen erringt die 1991 verbotene und 1994 wieder zugelassene
"Kommunistische Partei" von Wladimir Woronin 30% der Stimmen und
damit 40 von insgesamt 101 Sitzen. Zweitstärkste Partei wird die "Demokratische
Konvention" (CDM) des ehemaligen Staatspräsidenten Mircea Snegur
mit 26 Mandaten, gefolgt von der den Präsidenten unterstützenden
Bewegung "Demokratische und Wohlhabende Moldau" (PMDP) unter der
Führung von Dumitria Diakov mit 24 Sitzen. Die restlichen elf Mandate
gehen an die rechtsgerichtete "Partei Demokratischer Kräfte"
(PFI) von Valeriu Matei. Die übrigen Parteien sowie alle unabhängigen
Kandidaten scheitern an der 4%-Klausel, darunter auch die "Demokratische
Arbeiterpartei", die 1994 noch 56 Parlamentssitze errungen hatte. Ministerpräsident
der wenig später von CDM, PMDP und PFD gebildeten Koalitionsregierung
bleibt der bisherige Regierungschef Ion Ciubuc. Ende 1998 aufgrund der katastrophalen
Wirtschaftslage der Haupthandelspartner Moldawiens (Rußland, Ukraine,
Weißrußland) - die Bemühungen Moldawiens, auf dem westeuropäischen
Markt Fuß zu fassen, hatten bisher nur geringen Erfolg (nur etwa 10%
des Gesamtexports gehen in EU-Länder), u.a. weil viele moldauische Produkte
nicht dem westlichen Standard entsprechen - geht auch in Moldawien das reale
BIP weiterhin zurück und liegt derzeit bei nur etwa 48% des Niveaus von
1991. Die Auslandsverschuldung Moldawiens ist mittlerweile auf rund 955 Millionen
US-Dollar angewachsen. Das jährliche Pro-Kopf-Einkommen beträgt nur
noch knapp 600 US-Dollar. Große Teile der Bevölkerung leben in bitterster
Armut, vor allem Rentner und Angestellte des öffentlichen Dienstes, da
der Staat Löhne und Altersbezüge nur noch sehr sporadisch bezahlt
(Zahlungsrückstand derzeit etwa 200 Millionen US-Dollar). Zudem hat Moldawien
wie die meisten der ehemaligen Unionsstaaten der UdSSR mit großen Umweltschäden
zu kämpfen: Häufige und starke Regenfälle im Sommer sind für
die Bodenerosion verantwortlich, von der das gesamte Staatsterritorium betroffen
ist. Große Umweltbelastungen entstanden durch die großzügige
Verwendung von Pestiziden in der Landwirtschaft, die zu einer Vergiftung der
Böden führte. Und die Einleitung ungereinigter Abwässer aus
den Kolchosen hatte die starke Verschmutzung der Gewässer zur Folge.
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